Geschichtlicher Rückblick



Vom Armenhaus von damals zum modernen Sozialzentrum für Kranken- und Altenpflege von heute

Im vorigen Jahrhundert waren viele ältere Menschen, insbesondere körperlich und geistig Behinderte, Besitzlose, oder Alleinstehende die in keinem Familienverband Aufnahme fanden, auf das Wohlwollen anderer angewiesen. Gesetzliche Altersversorgungen waren damals noch unbekannt. Um diese Notsituation lindern zu können, wurde eine Versorgungsstätte, Armenhaus genannt, eingerichtet.

1859

Pfarrer Franz Josef Lins aus Bregenz, seit 1852 in Satteins, vermacht nach seinem Tode das gesamte Vermögen in Höhe von 1.500 Gulden den Armen in Satteins mit der Auflage, innerhalb von 10 Jahren ein Armenhaus zu errichten und die barmherzigen Schwestern mit der Leitung zu betrauen.



1868

Unter Franz Josef Burtscher, Vorsteher von 1862 - 1893 Satteins, wird das Haus erbaut und im Herbst von den barmherzigen Schwestern übernommen. Die Schwestern sind auch in der Hauskrankenpflege segensreicht tätig. Mit der Gründung eines Armenfonds, in den Bürger aus der Gemeinde Liegenschaften einbringen, wird eine wirtschaftliche Grundlage geschaffen. Die hauseigene Landwirtschaft trägt wesentlich zur Eigenversorgung bei.



1870

Das neue Haus dient nach der verheerenden Brandkatastrophe in Satteins auch als Sammelplatz für Spenden in Form von Kleidern, Wäsche, Fahrnisse, Heu, Schnittholz usw. die aus dem ganzen Land eingehen.



1908

Nach dem Brand des alten Schulhauses im Jänner wird eine Schulklasse bis zur Eröffnung des neuen Schulhauses im Armenhaus eingerichtet.



1945

Ende des 2. Weltkrieges finden Flüchtlingsfamilien vorübergehende Unterkunft im Armenhaus.



1959

Bis zur Fertigstellung des Anbaus bei der Volksschule und Bezug im Jahre 1964, wird wiederum eine Klasse im Armenhaus unterrichtet.



1976

Schwesternmangel zwingt das Mutterhaus der barmherzigen Schwestern, nach 108jähriger, selbstloser und segensreicher Tätigkeit, ihren Dienst in Satteins zu beenden.



1992

Die Gemeinde Satteins nimmt mit den zuständigen Abteilungen für Soziales, Gesundheitsrecht und Sanitätsangelegenheiten im Amt der Landesregierung bezüglich Sanierung des bestehenden Hauses oder Neubau eines Alters- und Pflegeheimes Kontakt auf.

Von Seiten des Landes wird eine Sanierung abgelehnt. Um künftigen Bedarf für die Region abzudecken, werden eine gemeinsame Lösung mit den Jagdberggemeinden sowie die Ausarbeitung einer Sozialstudie vorgeschlagen.

Verhandlungen mit den Jagdberggemeinden führen zu einer gemeinsamen Auftragsvergabe an das "Pro Team" des Instituts für Sozialdienste.



1993

Herr Reinhard Sonderegger Stellt die Sozialstudie vor. Sie gibt Aufschluss über die Altersstruktur der Bevölkerung sowie die bereits bestehende Sozialeinrichtungen in der Region.

In der Gemeinde Satteins bildet sich eine Arbeitsgruppe, bestehend aus dem Sozialausschuss und freiwilligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich mit der Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für den ambulanten und stationären Pflegebereich befasst.

Als Grundsatz gilt:
Ambulant vor Stationär! Das heißt, dass Haushilfen, in Form von mobilen Hilfsdiensten und Krankenpflegeverein die Möglichkeit bieten, Pflegebedürftige möglichst lange zu Hause zu pflegen.



1994

Zur Vorstellung des Gesamtkonzeptes Satteins sind alle Gemeinden des Sprengels Jagdberg sowie die Gemeinde Göfis eingeladen. Diese Präsentation bewirkt, dass sich die Nachbargemeinden veranlasst sehen, ebenfalls ein Konzept zu erarbeiten. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller interessierten Gemeinden befasst sich mit den Themen, wie sie im ‚Konzept Satteins' zum Großteil enthalten sind.

Die Arbeitsgruppe spricht sich einstimmig für die Gründung eines mobilen Hilfsdienstes für die Jagdbergregion aus. Die organisatorische Leitung übernimmt dankeswerterweise der Krankenpflegeverein. In Göfis besteht bereits eine mobile Hilfseinrichtung.



1995

Die Arbeitsgruppe befasst sich eingehend mit dem Raumprogramm, den möglichen Rechtsformen für die Einrichtung und den Betrieb des Sozialzentrums. Architekt Mag. Reinhold Strieder, ein Mitglied der Arbeitsgruppe, legt Vorentwürfe für den künftigen Neubau vor, die von allen Mitarbeitenden befürwortet werden. Fachleute, denen die Planunterlage zur Kontrolle und Begutachtung vorgelegt werden, äußern sich sehr lobend.

Von den beteiligten Gemeinden Düns, Göfis, Röns, Satteins, Schlins und Schnifis wird ein Gemeindeverband gebildet, welcher der Erbauer des Sozialzentrums "Satteins - Jagdberg" ist.



1996

Der Gemeindeverband beauftragt Architekt Strieder mit der Bauplanung, die Firma Exacting mit der Bauleitung. Auf dem Jagdberg werden Räumlichkeiten als Ausweichquartier für unsere Heimbewohner angemietet.

Am 30.11. werden die ersten Arbeiten ausgeschrieben. Am 04.12. findet die baupolizeiliche und spitalsbehördliche Bauverhandlung statt. Als Baubeginn ist Anfang Mai 1997 und Bauvollendung Oktober 1998 vorgesehen.



1997

Februar Umzug der Heimbewohner auf den Jagdberg
14. 03. Spatenstichfeier
03. 10. Firstfeier



1998

Einzug ins neue Sozialzentrum am 3. November und Übernahme durch die gemeinnützige Betriebsgesellschaft "Sozialzentrum Satteins - Jagdberg"